Tannenmühle

Die Kapelle St. Sebastian in der Tannenmühle

In einer Niederschrift des Bistums Augsburg über das Landkapitel Füssen – Pfarrei Seeg aus dem Jahr 1883 ist der Ort Tannenmühle, 1 (Geh-) Std. südlich von Seeg mit 2 Häusern und 11 Seelen, erwähnt. Die Tannenmühle war hochstiftisch. Sie erhielt im Jahr 1706 eine Kapelle S. Sebastiani, in welcher die heil. Messe gelesen werden darf. Soweit die Aufzeichnung.

Ende 2012 konnte die äusserst dringliche und umfangreiche Aussen- und Innenrenovierung erfolgreich zum Abschluss gebracht werden. Die Kapelle ist zu einem wahren Schmuckstück geworden, dank grosszügiger privater Spenden, der Unterstützung durch die Viermetz-Stiftung und öffentlicher Gelder.

Der hl. Sebastian, dem die Kapelle gewidmet ist, wird als einer der Schutzheiligen gegen die Pest verehrt, da man seiner Fürbitte das schnelle Erlöschen der Pest 680 in Rom zusprach. Sein Gedenktag ist der 20. Januar. Der Überlieferung zufolge hatte sich Sebastian als Hauptmann der Prätorianergarde am kaiserlichen Hof öffentlich zum Christentum bekannt und notleidenden Christen geholfen, worauf ihn Kaiser Diokletian zum Tode verurteilte und von Bogenschützen erschießen ließ. Über seinem Grab wurde schon im 4. Jahrhundert die Kirche San Sebastiano, eine der sieben Pilgerkirchen Roms, errichtet.

Aus der Erbauungszeit der Kapelle sind noch der viersäulige Altar und der Stuck an der Flachdecke erhalten. Das Altarblatt stellt die Verleihung des Rosenkranzes an Dominikus und Katharina dar, das Gemälde des Auszugs zeigt den heiligen Sebastian und das Bildnis an der Decke die Krönung Mariens mit den Heiligen Antonius v. Padua und Franziskus. Den Kreuzweg malte 1763 Anton Miller aus Hitzleried. Bei der jüngst durchgeführten Renovierung stellte sich heraus, dass die Kapelle schon im Jahr 1736 vergrößert wurde. Die feierliche Wiedereröffnung ist für das Frühjahr 2013 vorgesehen.