Pfarrkirche St. Martin Hopferau

Alles begann mit der im Jahre 1504 durch die Schlossherren von Hohenfreyberg erbaute Schlosskapelle, die dem Hl. Sebastian anbefohlen war.

In den Jahren 1886-1889 wurde die mittlerweile viel zu kleine Schlosskapelle zur Pfarrkirche vergrößert. Das sogenannte Langhaus wurde um 8 Meter erweitert, erhielt eine Empore und somit auch Platz für eine Orgel. Der Füssener Orgelbauer Balthasar Andreas Pröbstl lieferte im Jahr 1888 die neu erbaute Orgel. Sie wurde im Jahre 2010 restauriert und tut noch heute ihren Dienst im Hopferauer Gotteshaus.

Nach der Erweiterung wurde die Pfarrkirche dem Hl. Martin geweiht. Die Deckenfresken aus dem Jahre 1899 zeigen den Hl. Martin und den Hl. Sebastian.

Die 1976 bei einem Einbruch gestohlene Muttergottes-Statue tauchte nach 41 Jahren in einem Münchner Auktionshaus wieder auf und konnte im Juli 2017 ihren Platz auf dem linken Seitenaltar wieder einnehmen.

Auch die Zeichen der herrschaftlichen Herkunft sind der Kirche erhalten geblieben: So ziert das Wappen der Hohenfreyberger den Hoch- sowie den rechten Seitenaltar. Außerdem findet man den Grabstein von Christoph von Freiberg-Eisenberg an der linken Seitenwand und das Freiberger Wappen links neben dem Sakristei-Eingang.

Mit der Kirchenerweiterung 1886-1889 ist die heutige Sakristei entstanden. Vorher befand sich diese im Turm, der seine heutige Form in der Zeit von 1830–1840 erhalten haben dürfte.

Das erste große Geläut kam 1880 auf den Turm, wurde aber aufgrund seines schlechten Klanges, bereits im Jahre 1911 durch ein neues 4-Glocken-Geläut ersetzt.

Leider fielen drei der vier Glocken dem 2. Weltkrieg zum Opfer. Sie mussten am 31. Dezember 1941 als Rüstungsmaterial abgeliefert werden.

Im September 1948 konnten durch Spenden drei neue Glocken, die in ihrer Tonstimmung zu der vorhandenen Glocke passten, angeschafft werden. Während die große Glocke den Opfern des Krieges und den Kirchenpatronen geweiht wurde, sind die weiteren Glocken dem Hl. Florian, der Gottesmutter und der Hl. Familie geweiht. Mit dem Geläut von 1911 wurde auch eine mechanische Turm-Uhr eingebaut, die bis 1953 ihren Dienst tat. Heute kann diese im Heimatmuseum in Seeg bewundert werden.

Der Kreuzweg, der seit dem Jahr 2000 erneut die Pfarrkirche ziert, stammt aus dem Jahr 1886. Die Tonreliefs wurden farblich neu gefasst und mit neuen im Barockstil ausgearbeiteten Rahmen versehen. Die Schreinerarbeiten dazu wurden von Martin Nigg aus Heimen und die Malerarbeiten von Walter Riedel sen. aus Eisenberg ausgeführt.

Mit der Gründung der Pfarrei Hopferau im Jahre 1876 wurde bei der Pfarrkirche auch ein Friedhof geschaffen. Der stufenförmig angelegte Friedhof wurde bereits 2 mal erweitert und erhielt im Jahr 1949 die heutige Leichenhalle.

Die Pfarrkirche ist im Winter schon seit dem Jahr 1957 beheizt. Es erfolgten mehrere Renovierungen der Pfarrkirche. Dabei wurden z. B. die im Chor befindlichen Farbfenster aus dem Jahre 1850 im Jahr 1939 entfernt, weil die Kirche heller werden sollte. Leider sind die farbigen Fenster seither verschwunden. 1969/70 wurde der Chorraum modernisiert und erhielt den heutigen Volksaltar. Ebenso erfolgten Außenrenovierung, Mauertrockenlegung, Dach-Erneuerung und vieles mehr. Eine aufwendige Innenrestaurierung wurde, rechtzeitig zum 500. Jahrestag der Einweihung der Schlosskapelle, 2004 abgeschlossen.

 

Hopferau St. Martin aussenHopferau St. Martin innen