Albisried

Die Marienkapelle in Albisried

Wahre Schätze zieren die Marienkapelle in Albisried. Von 2000 bis 2005 wurde die Kapelle renoviert und erstrahlt nun seit fast genau sieben Jahren in neuem Glanze. 1863 wurde die Marienkapelle in Albisried von den damals 75 Einwohnern erbaut. Im Dritten Reich unter Hitler sind alle Weilerkapellen, so auch die Kapelle in Albisried, an die jeweiligen Gemeinden übergegangen. Anhand von alten Verträgen konnten die Bürger des Weilers im Jahr 2000 nachweisen, dass die Kapelle seit „unfürdenklicher Zeit“ im Besitz der Ortsgemeinde Albisried ist. Im gleichen Jahr wurde auch der „Kapellenförderverein Albisried“ gegründet. Die aktuelle Vorstandschaft: Anton Schrade (1. Vorstand), Andreas Frank (2. Vorstand), Xaver Dopfer (Kassier) und Michael Schrade (Schriftführerin). Sollte sich dieser Verein einmal auflösen, fällt die Kapelle wieder in den Besitz der Gemeinde Lengenwang.

Mit einem Startkapital von damals 500 Mark pro Haushalt wurde mit den Renovierungsmaßnahmen begonnen. Im Jahr 2003 wurden nochmals 300 Euro pro Haushalt eingesammelt. Mit diesen Einnahmen konnten rund 2/3 der Baukosten beglichen werden. Die restlichen Geldmittel kamen vom Amt für Denkmalpflege, dem Bezirk Schwaben und der Gemeinde Lengenwang. Ingesamt beliefen sich die Baukosten auf rund 60000 Euro. Die Außenrenovierung machte etwa die Hälfte der Baukosten aus. Diese Kosten konnten, dank der unermüdlichen Eigenleistung der Einwohner, niedrig gehalten werden. Die Innenrenovierung setzte sich aus folgenden Kosten zusammen: 18000 Euro für den Maler, 7000 Euro für die Auffrischung des Altars und des Kreuzwegs und 4500 Euro für die Erneuerung des Altarbilds.

Renovierungsmaßnahmen:
1936 wurde der Turm der Kapelle um zwei Meter gekürzt und statt dem Satteldach ein Zwiebelturm angebracht, der im Zuge der jetzigen Renovierung erneuert wurde. Ebenfalls renovierungsbedürftig war das Dach, das neu eingedeckt wurde. Doch auch ein neuer Außenputz, neue Fenster und eine neue Tür waren längst überfällig. Weitere Maßnahmen im Außenbereich waren: ein neues Vordach, Kopfsteinpflaster entlang der Kirche und ein neues Schild. Im Kapelleninneren legte Kirchenmaler und Restaurator Günter Hörmann aus Ruderatshofen zwei alte Fassungen frei. Die erste Fassung stammt ungefähr aus dem Jahr 1865, die zweite wurde um das Jahr 1920 angebracht. In den 60er Jahren folgte dann ein Dispersionsanstrich. Hörmann legte die erste Fassung frei, da diese besser rekonstruiert werden konnte. Das Altarbild ist 350 Jahre älter als die Kapelle. Vermutlich stammt das Bild, auf dem links die Hl. Katharina und rechts die Hl. Dorothea zu sehen ist, vom St. Mang Kloster Füssen. Dieses Bild hatte, auf Anweisung des Amts für Denkmalpflege, das die Renovierung genauestens überwachte, Restauratorin Sonja Seidel aus München unter ihre Fittiche genommen. Seidel ist auch für die Restaurationsarbeiten im Schloss Nymphenburg zuständig. Alle anderen Arbeiten, wie den Altar selbst, den Kreuzweg, die Figuren und die Malereien hatte Günter Hörmann übernommen. Über ihn wurde (vor ca. acht Jahren) auch schon im Bayerischen Fernsehen berichtet, wobei er unter anderem auch in der Kapelle in Albisried gefilmt wurde.

„Die Renovierung fand im Einvernehmen und in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege statt“, erklärte Pfarrer Stefan Ried damals bei der Einweihung. Deshalb fuhr Ried 2005 nach Augsburg zur Finanzkammer, um einen Zuschuss zu erreichen. Bei der Einweihungsfeier konnte er den Albisriedern einen Scheck in Höhe von 2300 Euro weiterleiten.

Die Kapelle ist zwar eine Marienkapelle, doch gefeiert wird am 20. Januar, dem Sebastiansfest, denn im Winter habe man besser Zeit. Es fanden schon viele kirchliche Veranstaltungen in dem Kleinod statt: eine Goldene Hochzeit, Taufen, Maiandachten, Fastenrosenkranz, Oktoberrosenkranz und Sterberosenkränze. Der Weiler Albisried freut sich über jede Nutzung ihrer liebevoll restaurierten Kapelle.

Text und Fotos: Gwendolin Schmalholz